In dem Gesuch vom 10. Sept. 1816 an die Regierung des Mainkreises in Bayreuth weisen die Gesellschafter C.M.Hutschenreuther und Christian P. Aecker u.a.darauf hin, dass „…die Distrikte Hohenberg, Röthenbach, Kodigenbibersbach, Bergnersreuth, Oschwitz und Göpfersgrün den zur Errichtung einer Porzellanfabrik ausdauernden Thon- und Feldspath-Erde liefern koennen“. (StABam K 3 – FVI a Nr. 3812 I)

Später wird als Hauptfundort für den Bedarf der Hohenberger Fabrik der Steinberg bei Kothigenbibersbach erwähnt. (Vershofen, S.11)

Bereits im Mittelalter war eine Ton- und Kaolingrube am basaltischen Steinberg, nahe der Waldabteilung „Tongrube“ bekannt. Sie wurde erstmals 1499 im Landbuch der Sechsämter (S. 364) bezeichnet als „Am Tahenberg (Tonberg) vor dem Stainperg“ und „die Tahengruben“ (Tongruben). Die Belege setzen sich 1571 fort in der „Walld Bereithung des Gebirgs“ und 1616 in einer Grenzbeschreibung als „Dangrube“ bezeichnet. 1571 heißt es „…am Stainberg bey der Zech zu der Rechten Handt hinfür bis zu der Tahengruben hinauf…“. Das Material ihres fast weißen, glimmerhaltigen, kaolinähnlichen Töpfertons ist jedoch schon weit früher in der aufgefundenen Burgenkeramik, z.B. am Schlossberg bei Neuhaus/Eger, nachzuweisen. Kretschmann schreibt in seiner „Berghistoria“ (III, S.298) um 1741 „… dergl. von Steinberg, bey Hohberg, wo von zu Thiersheim und dergl. Orten sehr gutes Geschirr gemachet wird …und.. Weißer Ton von dieser Gegend, der eines der feinsten und festesten weißen Geschirre gibet…“ 1756 heißt es „Thongrube am Thiersheimer Steig (Singer, Flurnamen Sechsämterland S. 776) Von der Qualität dieses weißen Ton, der sich dann als Kaolin entpuppte, zeugt die Notiz bei Helfrecht 1799/1800 „Das Fichtelgebirge“ (I S. 233) bezüglich genannter Fundstelle der Hinweis: „Den vorzüglich guten Thon der Gegend bei Kothigenbibersbach am Steinberg, aus welchem man auch Schmelztiegel verfertigen kann, nimmt man zu den dichten Sauerbrunnenkrügen, die sonst in Arzberg, jetzt in Wunsiedel verfertiget werden, zu anderen festen Geschirrren, besonders aber zu den schönen farbigen Arzberger Oefen…“

Eine weitere Verwendung zeigten Goldfuß und Bischof (Physikal. –statist. Beschreibung des Fichtelgebirges, II, Nürnberg 1817, S. 139) auf: „Am südlichen Fuß des Heiligen- oder Steinberges hat man ein Lager von Eisenthon, der mit späthigem Kalk in Adern und Puncten durchzogen ist, entdeckt, und benützt denselben, wegen seines Eisengehaltes, auf dem Hochofen zu Brand /MAK als Zuschlag.“

1787 notiert J.M.Füssel in „Unser Tagebuch etc.“, Erlangen 1787, 1788 und 1791 u.a.: „In dieser Gegend (bei dem Dorf Kothigenbibersbach an der Egerstraße) wird rothe und weiße Töpfererde gefunden, die so fein und rein ist, dass sie zu Farben, zu Fettkugeln und als Kreide gebraucht wird….“

1839 hält der Major J. von Plänckner seine Eindrücke bei der Wanderung von Kothigenbibersbach nach Hohenberg an der Tongrube vorbei auf der Eichenallee fest: „Ich folgte dieser Straße (von Weißenstadt nach Eger) über Stemmas bis Kothigenbibersbach, wo ich links abging und zum Steinberg oder Heiligenberg hinaufstieg. Gleich unten am Dorf, so wie auch oben am Holz liegen Eisensteingruben, und an der letzteren Stelle wird unmittelbar hinter dem Eisenstein Porzellanerde gegraben und Kalkstein gebrochen…..“

Der Oberbergrat C.W. Gümbel schreibt (Geognostische Beschreibung d. Fichtelgebirges, Gotha, 1879, S. 344) über diesen Platz „Mit den Eisenerzen kommen hier sehr eisenreiche gelbe Thone und Porzellanerdenartige Massen vor, auf die gesondert von den Eisenerzen Verleihungen (Fleissiger Bergmann) ertheilt sind, während die eigentlichen Thongruben am Steinberg getrennt davon weiter südöstlich im jüngeren Gebirge liegen.“ Weiter heißt es: „Am basaltischen Steinberg unfern Hohenberg lehnt sich eine Ablagerung von plastischem Thon an, die zwischen liegendem Sand und Eisenstein im Süden und unterlagerndem körnigen Kalk im Norden ausgebreitet ist. Durch die Gewinnung des vor- und aufliegenden Eisensteins, der hier, wie weiter nordöstlich bei der Zeche Freundschaft, als ein Tertiärgebilde anzusehen ist, kann man auf die tiefen Thonschichten, welche sofort einen neuen bedeutenden Bergbau ins Leben riefen. Man gewinnt diesen Thon auf zahlreichen Gruben in 24-28 m tiefen Schächten, Früher unterschied man die höher liegende gelbe Erde, welche für gewöhnliche Töpfereien verwendet wurde, und den weißen Thon in den tieferen Schichten, der hauptsächlich zur Herstellung der Sauerwasserkrüge benutzt wurde. Später trennte man die auf etwa 60 m Länge und 5 m Breite unter 6 m mächtigem Basaltgeröll vorkommende Thonerde in die grauliche, feuerfeste, plastische sogenannte Kapselerde, welcher die Hauptmasse ausmacht und in die eigentliche Porzellanerde (`Mark`), welche immer nur in kleineren Nestern vertheilt, entweder, mit ganz geringen Quarzbeimengungen oder in größeren Brocken vermengt mit Quarzkörnchen (wahrscheinlich zersetzte Granitstücke) zu finden ist. Als Nebengewinnung fördert man auch sogenannten Schwemmsand, der im Hangenden den Thon begleitet.

Auch der Arzberger Chronist D. theol. M.Simon erwähnt in seinem „Arzberger Heinmatbuch“, 1954, S. 264, den Fundort am Steinberg an erster Stelle neben einer weiteren Fundstätte am Ostrand von Bergnersreuth.

Zur Zeit (1865) sind vier Gruben verliehen: Fleissiger Bergmann, Friedrich Wilhelm, Grosses Loos und Glück auf.“

Man wird wohl nicht fehlgehen, dass diese Lagerstätte dem Hohenberger Revierförster Ludwig Reuß bekannt war und dieser seinem angehenden Schwiegersohn C.M. Hutschenreuther davon Mitteilung machte. Dieser wird nach ersten erfolgreichen Brennversuchen den Rohstoff für seine anfängliche Porzellanfertigung wohl aus diesen Gruben bezogen haben.

(Siegfried Röder)