Von 2009 bis 2011 wurde auf Burg Hohenberg das Kanalnetz saniert. Von Anfang an war eine archäologische Begleitung der Baumaßnahmen im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege und dem Staatlichen Bauamt vorgesehen.

brennofenEine zusätzliche Abwasserleitung im westlichen Bereich der Burganlage, in der Nähe des Storchenturms, machte eine Grube von ca. 40 m² erforderlich. Bei den umfänglichen Kanalarbeiten stieß Ende April 2010 der beauftragte Archäologe M.A. Claus Vetterling vom Büro ReVe für Archäologie in Bamberg mit drei Mitarbeitern in ca. 60 cm Tiefe auf Reste eines Stein-Fundaments, welches sich im weitern Verlauf der Grabungen als Bodenfundament eines Brennofens herausstellte. Noch bis 1824 befand sich hier ein Oekonomiegebäude, „ein großer, auf 6 Pfeilern mit Creuz Gewölben feuervester 31 ½ Schuh breiter und 44 Schuh langer Rind Vieh Stall“.

In einem Fund- und Grabungsbericht schreibt Claus Vetterling u.a. wie folgt: 1)

„Vom eigentlichen Brennofen hatte sich nur der Schürkanal mit den Fundamenten der beiden Wangen aus Bruchsteinen erhalten. Der Brennraum war an der Rotfärbung und Verziegelung des Bodens durch die starke Hitzeeinwirkung deutlich auszumachen. Reste eines weiteren rechteckigen Fundaments deuteten auf einen kreuzförmigen Grundriss hin. Der Brennraum war mit Bruchsteinen und Ziegelbruch des zusammengestürzten Ofens aufgefüllt. Der östliche Bereich des ursprünglich 4 x 3,2 m messenden Ofens ist bei der Anlage des Basketballfeldes zerstört worden. Zahlreiche Scherben von glasiertem Gebrauchsgeschirr geben einen Anhaltspunkt für die letzte Nutzung im frühen 19. Jahrhundert. Porzellanbruch und runde Probierplättchen für Glasurproben rücken den Ofen in einen Zusammenhang mit der Porzellanherstellung, wobei anhand der Reste nicht entschieden werden kann, ob es sich um den eigentlichen Porzellanbrennofen oder einen Muffelofen zum Einbrennen der Farben handelt.

Aus historischen Quellen ist bekannt, das Carolus Magnus Hutschenreuther nach seiner Übersiedelung in die Burg Hohenberg hier zunächst Porzellan bemalte und es später auch herstellte….“…..“So kann kein Zweifel bestehen, dass der Ofen zur ersten, von Hutschenreuther gegründeten Porzellanmanufaktur gehörte…“

Wünschenswert wäre hier die Anbringung einer Hinweistafel an der Burgmauer, die hier an den ersten Brennofen der Porzellanindustrie in der Region erinnert.

1) C. Vetterling, Burg Hohenberg – Wiege der bayerischen Porzellanherstellung.
In: Das Archäologische Jahr in Bayern 2011, S.179-180, Theiss-Verlag, Stuttgart 2012

Text und Foto: Siegfried Röder