1946, nach Kriegsende waren viele Leute gezwungen, sich eine neue Existenz aufzubauen.

So auch Hans Biedermann. (*16.08.1919). Inspiriert von seinem Vater Karl (*1879) und seinem Großvater Johann Biedermann (*1847-1931) [dieser von Haslau/Asch stammend], beide erfolgreiche Porzellanobermaler in der örtlichen Porzellanfabrik C.M.Hutschenreuther, eröffnet Hans Biedermann eine kleine Porzellanmalerei im großelterlichen Anwesen in der Gartenstraße HsNr. 114 (jetzt: Gartenstraße Nr. 1). Die Anmeldung seines Gewerbes als „Gebrüder Biedermann Porzellanmalerei“ datiert vom 4. September 1946.

Hans Biedermann ist zwar kein gelernter Porzellanmaler, schafft es aber mit Hilfe von Vater Karl und Bruder Adolf Biedermann (aus 1. Ehe), der eine Ausbildung als Porz.-Maler absolviert hatte und eine Porzellan-Kunstmalerei in gemieteten Räumen im Schloss in Küps betreibt, die kleine Malerei voranzubringen. Hans Biedermann stellt sogar qualifizierte und ausgebildete Maler, teilweise mit Fachschulabschluss in seinem aufwärts strebenden Betrieb ein.

Als Porzellanmaler werden hier genannt:

Adolf Fickenscher als Malerlehrling, Richard Keck, Richard Wagner, Annemarie Boetzel, Alfred Schricker (ab 1948), Adolf Sommerer (vom Confinhaus) als Modelleur und Formengießer. Ferner die Hilfskräfte Rudolf Sack und Georg Reul (zeitweise).

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Die Aufnahme vom Dezember 1947 zeigt die Belegschaft (v. lks.) Adolf Fickenscher,Richard Wagner, Annemarie Boetzl, Richard Keck, Hans Biedermann mit Mutter Therese (Foto: Adolf Fickenscher)

In der Hauptsache werden Porzellanfiguren, Obst- Gebäck- und Prunkschalen und weiteres Zierporzellan, das als Weißporzellan von verschiedenen Manufakturen bezogen wird, mit Malereien veredelt. Der Einbrand der fertig bemalten Erzeugnisse erfolgt in einem gemauerten Kasten-Brennofen, der in einem extra dazu errichteten kleinen Anbau neben dem Wohnhaus aufgestellt war. Der Ofen wird mit elektrischer Energie gefahren. Dazu wurde eine In Eigenleistung verlegte Zuleitung, welche gesondert an einer Trafo-Station am Schulsteig angeschlossen war, benützt. Das Unternehmen scheint zu florieren.

Mitte 1949 geht es jedoch rasant abwärts. Durch Machenschaften eines Geschäftspartners gerät Hans Biedermann in finanzielle Schwierigkeiten und war gezwungen, seine Malerei aufzugeben. Das Unternehmen „Gebrüder Biedermann“ welches bereits ab 1. August 1949 nicht mehr arbeitet, muß das Personal entlassen. Die Abmeldung des Gewerbes erfolgt zum 6. September 1949.

Hans Biedermann verlegt um 1955 seinen Wohnsitz nach Düsseldorf.

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Der Bodenstempel lautet:

Bieder / H / mann
PORZELLANMALEREI
HOHENBERG A.D.EGER
BAVARIA
handgemalt

[ Buchstabe / H / steht für Hans]